Gersau (Transkription Nr. 2021)

Schulort Gersau
Konfession des Orts: Katholisch
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1465, fol. 92-92v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Waldstätten
Distrikt 1799: Schwyz
Agentschaft 1799:
Kirchgemeinde 1799: Gersau
Ort/Herrschaft 1750: Gersau
Kanton 2015: Schwyz
Gemeinde 2015: Gersau
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Gersau (Niedere Schule, Normalschule, katholisch)

Beantwortung der Fragen Ueber den Zustand der Schulen.

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Gersau, ein Dorf, Gemeind und Pfarre dieses Namens im Districkt Schwyz, Kanton Waldstätte hat eine Schule.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?
I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?
I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

Es werden im Dorfe 81 Häuser gezählt. Aus diesen kommen in die Schule 39. Kinder. Jnnerhalb des Umkreises der ersten Viertelstunde liegen. 19. zerstreute Häuser, Matten genannt. Aus diesen kömmt 1. Kind in die Schul. Jnnerhalb des Umkreises der zweyten Viertelstund liegen 3 zerstreute Häuser, genannt; Forst, Brand Kindleinsmord. Niemand geht von Dorten in die Schule. Jnnerhalb des Umkreises der dritten Viertelstund 9 Häuser, genannt Rothenschuhe. 3 Kinder kommen in die Schul. Jnnerhalb des Umkreises der vierten Viertelstund, genannt Mittlerberg liegen 35 zerstreute und Stunden weit von einander entfernte Häuser. Aus diesen kömmt Niemand in die Schul. Jnnerhalb des Umkreises der 5 oder 6 Viertelstund, genannt oberste Berge; aus diesen, welche 9 Häuser zerstreut zählen, kommen 2. Kinder in die Schule.

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.
I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

Auf eine Stund giebt es keine Schulen. Alle benachbarte Schulorte sind weiter entfernt.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Die Kinder sind nach Anleitung der Normal in Klassen abgetheilt, wie oben. Siehe § 8.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Lesen, Schreiben, Rechnen, Anleitung zum Briefschreiben, Religion. Noch werden drey Knaben in den Anfangsgründen der lalteinischen Sprache unterrichtet. Letzters nöthiget den Lehrer partikular Unterricht zu ertheilen.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Die Schulen werden von Anfange des Wintermonats bis in Herbstmonat gehalten.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

Das Namenbüchlein, Rechenkunst, Anleitung zum Briefschreiben. Nach der Normal von St Urban. Zum ||[Seite 2] Lesebuch und Religionsunterricht dient der bischöflich-Constanzische Cathechismus, Mehrere Bücher sind wegen Armuth des Ortes nicht eingeführt.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Nach der Normal, deren Regeln aber nicht ganz beobachtet werden, weil die Kinder nicht ganz regelmäßig in die Schule kommen.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Es wird täglich wenigstens 5 Stunde Schul gehalten. Dienstag und Donnerstag Nachmittag ist Vakanz.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Der Schullehrer wurde bisher von der ganzen versammelten Gemeinde bestellt. Der wirkliche heißt Joseph Etter, gebürtig von Menzingen, 32 Jahre alt, 9 Jahre Schullehrer. Er ist zugleich Helfer, und als solcher dem Pfarrer des Ortes in der Seelsorge behilflich. Er hat meistens in Solothurn gestudirt.

III.11.bWie heißt er?
III.11.cWo ist er her?
III.11.dWie alt?
III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?
III.11.fWie lang ist er Schullehrer?
III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?
III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?
III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?
III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)

Jm Winter kommen Knaben 30, Mädchen 15 in die Schule. Jm Sommer mag sich die Zahl der Knaben auf 20, jene der Mägdchen auf 10 belaufen.

III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

Es ist keiner vorhanden.

IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

Jst eingeführt. Kinder, welche das ganze Jahr in die Schuel kommen, zahlen 5 Gl. Jene, welche vom 7. Xstmonat, bis 19. Merz in die Schule kommen, zahlen wochentlich 1. Batzen. Doch werden arme Kinder fürs Allmosen in die Schule aufgenommen.

IV.15Schulhaus.

Es ist keines vorhanden. Die ehemalige Obrigkeit gab und unterhielt dazu eine geräumige und wohlbestellte Stube auf dem Gemeindehause.

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?

Es ist keines vorhanden. Die ehemalige Obrigkeit gab und unterhielt dazu eine geräumige und wohlbestellte Stube auf dem Gemeindehause.

IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.

Der Schullehrer hat ausser dem Schulgeld kein Einkommen. Siehe § 14. Armen Kindern wird solches als Allmosen geschenkt.

IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Unterschrift

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